Commedian Harmonists

von Gottfried Greiffenhagen und Franz Wittenbrink // Osnabrück

Premiere: 3. Mai 2014, Theater am Domhof

Musikalische Leitung: Florian Appel
Inszenierung: Alexander May
Bühne/Kostüme: Etienne Pluss
Choreografie: Morris Perry
Dramaturgie: Alexander Wunderlich

Besetzung

Ari: Thorsten Hennig
Erich: Daniel Wagner
Roman: Marco Vassalli
Harry: Jan Friedrich Eggers
Robert: Alexandre Pierre
Erwin: Florian Appel
div. Rollen: Thomas Schneider

Inhalt

Vor über 80 Jahren gaben sie ihr letztes Konzert – und doch sind sie heute noch Weltstars: die Comedian Harmonists. Jeder kennt die großen Hits der „ersten Boygroup der Welt“: „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Ein Freund, ein guter Freund“ oder „Veronika, der Lenz ist da“,
gesungen und gespielt von sechs smarten jungen Herren im Frack. Doch endete ihre Geschichte alles andere als harmonisch: Drei der Comedian Harmonists waren Juden, und so erhielten sie 1935 in Deutschland Aufführungsverbot.
Mit ihrer Musik wird auch ihre Geschichte auf der Bühne des Theaters am Domhof wieder lebendig. Das Stück von Gottfried Greiffenhagen und Franz Wittenbrink – seit seiner Uraufführung 1997 in der Berliner Komödie am Kurfürstendamm längst selbst zum Publikumsrenner geworden – erzählt die Geschichte der Gruppe von ihrer Gründung 1928 bis zu ihrer erzwungenen Auflösung im Jahr 1935.

Fasziniert von der amerikanischen A-cappella-Gruppe „The Revellers“ suchte sich Harry Frommermann im Berlin der späten 1920er Jahre seine Mitstreiter: Robert Biberti,Roman Cycowski, Ari Leschnikoff, Erwin Bootz und Erich Collin. Nach monatelangen Proben und vielen Anfangsschwierigkeiten können die sechs jungen Männer an den wichtigsten Protagonisten im Berliner Unterhaltungsgewerbe, Erik Charell, vermittelt werden.
Sie debütieren am Großen Schauspielhaus, bald darauf kann man ihre Gesangsdarbietungen in vielen renommierten Revuen Berlins erleben. Das Publikum rast, der endgültige Durchbruch ist geschafft. Die Comedian Harmonists haben den lang ersehnten Erfolg erreicht. Als erste Unterhaltungsmusiker dürfen sie in der ehrwürdigen Berliner Philharmonieauftreten. Auch wenn es nach der Machtergreifung 1933 noch zwei Jahre dauern sollte, bis dienationalsozialistischen Machthaber es wagten, die national und international so populären Stars offiziell anzugreifen, kommt es bald zu Schwierigkeiten mit der Reichsmusikkammer und deren Ausgrenzungspolitik gegenüber „nichtarischen“ Künstlern.

Das Auftrittsverbot für die jüdischen Mitglieder führt schließlich zum Ende der Comedian Harmonists.

Presse

Stadtblatt Mai 2014

Fotos: Uwe Lewandowski

Regisseur für Oper und Schauspiel